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Stadt Salamanca
Geschichte Salamancas

Berühmte Personen und Werke

• Antonio de Nebrija

Nebrija wurde 1441 als Antonio Martínez de Cala in Lebrija (Provinz Sevilla) geboren. Aufgrund seiner unschätzbaren philologischen und linguistischen Arbeit ist er der repräsentativste spanische Humanist. Er studierte in Salamanca (1459-1464) und Bologna (1464-1470). 1475 wurde er Professor für Grammatik und Rhetorik an der Universität Salamanca, die der ideale Ort für sein Projekt war, das Lateinstudium ausgehend vom klassischen Latein der Antike zu erneuern. Sein neuartiger Unterricht zeichnete sich durch einfache und klare Lehrmethoden aus, ebenso sein Lehrbuch Introductiones latinae. Sein bedeutendstes Werk jedoch ist die erste gedruckte Grammatik einer nichtklassischen Sprache, die Gramática de la Lengua Castellana (1492). Ab 1499 arbeitete er an Kardinal Cisneros’ Projekt einer mehrsprachigen Bibelausgabe mit, außerdem war er königlicher Chronist

Antonio de Nebrija

[Antonio de Nebrija]


 
• Francisco de Vitoria

Der Philosoph, Theologe und Jurist Francisco de Vitoria wurde um 1480 in Burgos geboren. Er war Mitglied des Dominikanerordens und erhielt seine Ausbildung in Burgos sowie in Paris. Ab 1526 lehrte er Theologie in Salamanca, nachdem er zuvor bereits in Paris und Valladolid als Professor tätig war. In Salamanca wurde er von seinen Studenten sehr geachtet und verehrt. Er gilt als einer der Begründer des internationalen Rechts. Dabei ging er davon aus, dass die verschiedenen Staaten eine Völkergemeinschaft bildeten, die einem „Recht der Völker“ (ius gentium) verpflichtet wäre, dessen Gewalt von der gesamten Welt ausgehe. Seine Ideen legte er in den Relectiones theologicae dar, zu deren bedeutendsten De indis (1539, für die Rechtsgleichheit von amerikanischen Indígenas und Spaniern) sowie De iure belli (1539, Anfänge des Kriegsrechts und Gründe eines gerechten Kriegs) zählen. Jedoch waren seine Gedanken seiner Zeit weit voraus, und auf allgemeinen Druck hin verbot Karl V. seine Lehre. Er starb 1546 in Salamanca.

Francisco de Vitoria

[Francisco de Vitoria]


 
• La Celestina

Die Tragikomödie von Calisto und Melibea (so der ursprüngliche Titel der erweiterten Ausgabe von 1502) ist nach dem Don Quijote vielleicht das Meisterwerk der spanischen Literatur. Wohl wegen der herausragenden Figur der alten Celestina (einer ehemaligen Prostituierten, die als Kupplerin und Zauberin gewieft und sehr egoistisch manipuliert und so als Katalysator für das Unglück der anderen Figuren fungiert) wurde das Werk jedoch sehr bald als La Celestina bekannt. Die Geschichte wurde derart populär, dass nach einem konkreten Schauplatz gesucht wurde, weil im Text kein konkreter Ort angegeben ist. Da ihr Autor, der Bakkalaureus der Rechtswissenschaften Fernando de Rojas, sie während seiner Studienzeit in Salamanca verfasste, verselbstständigte sich die Literatur, und die Bude, in der Celestina ihre Zaubereien durchführt, wurde im Volksmund auf den Hügel platziert, der heute Peña Celestina heißt. Sobald sich dann herumgesprochen hatte, dass Celestina aus Salamanca stammte, wurde der Garten von Melibeas Haus, in dem die Liebenden ihre leidenschaftlichen Rendezvous abhielten, dem Ort zugeordnet, der heute als Huerto de Calixto y Melibea bekannt ist.

Buch La Celestina

[Buch La Celestina]


 
• Teresa von Ávila

Die Schriftstellerin, Mystikerin und Karmelitin Teresa de Cepeda y Ahumada wurde 1515 in Gotarrendura (Provinz Ávila) als Kind einer reichen Familie geboren. Sie erhielt nur wenig Schulbildung, was sie jedoch durch ihre Intelligenz und ihren Wissensdrang ausglich. Die Schicksalsschläge ihres Lebens werden vor allem in den beiden Büchern Die Lebensgeschichte (El libro de mi vida, 1588) und Klostergründungen (El libro de las fundaciones, 1610) sowie ihren zahlreichen interessanten Briefen geschildert. 1562 gründete sie ihr erstes Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen und begann eines ihrer bedeutendsten Werke: Der Weg der Vollkommenheit (Camino de perfección, 1562-1564). 1577 veröffentlichte sie mit Die Wohnungen bzw. Die innere Burg (Las moradas / El castillo interior) ihr ehrgeizigstes und am besten ausgearbeitetes Werk. Ihre Wirksamkeit als Schriftstellerin liegt in ihrem „mündlichen“ Stil, der reich an Metaphern und volkstümlichen Ausdrücken ist. So vermittelte sie ihre Doktrin und ihre Erfahrungen auf direkte und naive Weise. 1622 wurde sie heilig gesprochen, 1970 zur Kirchenlehrerin ernannt. Das siebte ihrer insgesamt 17 Klöster gründete sie in Salamanca, wo sie von 1569 bis 1570 im Haus der Familie Ovalle lebte. 1922 wurde ihr von der Universität Salamanca die Ehrendoktorwürde verliehen. Sie starb 1582 in dem in der Provinz Salamanca gelegnen Ort Alba de Tormes, für den sie eine große Vorliebe hatte.

Teresa von vila

[Teresa von Ávila]


 
• Luis de León

Pater Luis wurde 1527 in Belmonte (Provinz Cuenca) geboren. Der Humanist und Schriftsteller trat 1544 dem Augustinerorden bei und ist vor allem wegen seiner Renaissance-Lyrik bedeutend, die von den antiken Klassikern inspiriert ist. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Die Namen Christi (De los nombres de Cristo) und Die vollkommene Ehefrau (La perfecta casada). 1560 wurde er an der Universität Salamanca zum Magister der Theologie promoviert. Er war gerecht und bescheiden, hatte aber einen kämpferischen und rebellischen Geist. Nach seiner Einmischung in die Kontroversen zwischen Augustinern und Dominikanern wurde er beschuldigt, die Autorität der Vulgata in Zweifel zu ziehen und das Hohe Lied übersetzt zu haben (Er war ein gründlicher Philologe und seine linguistische Ausbildung veranlasste ihn dazu, sich mit den Originaltexten zu beschäftigen, um deren Nuancen zu beurteilen – eine zur damaligen Zeit höchst gefährliche Arbeitsweise). Die Inquisition hielt ihn von 1527 bis 1576 in Valladolid gefangen. Als er schließlich freigesprochen wurde und seine Vorlesungen wieder aufnehmen konnte, begann er sie mit seinem berühmten Ausspruch: „Dicebamus hesterna die …“ (in etwa: „Wie wir gestern sagten …“).

Fray Luis de Len

[Luis de León]


 
• Johannes vom Kreuz

Während seiner Studienjahre in Salamanca wohnte er in dem heute nicht mehr existierenden Karmeliterkloster, das in Arroyo de Santo Domingo stand.
Johannes vom Kreuz, der eigentlich Juan de Yepes hieß und auf Spanisch Juan de la Cruz genannt wird, verbrachte seine Kindheit in der kastilischen Ortschaft Medina del Campo. 1663 trat er in den Karmeliterorden ein und studierte zuerst bei den Jesuiten, später an der Universität Salamanca (1564-1568). Sein bekanntestes Werk sind drei Gedichte, die in der Form einer Lira gehalten sind und posthum veröffentlicht wurden: Die dunkle Nacht (Noche oscura del alma, 1618), Der Geistliche Gesang (Cántico espiritual, 1627) und Lebendige Liebesflamme (Llama de amor viva, 1618) mit ihren jeweiligen Kommentaren. Sie bieten eine begründete und belehrende Sicht seiner mystischen Gotteserfahrung.

San Juan De La Cruz

[Johannes vom Kreuz]


 
• Miguel de Cervantes

Miguel de Cervantes wurde 1547 in Alcalá de Henares geboren und starb 1616 in Madrid. Mit seinem Don Quijote (1605, 1615) schuf er eine legendäre Figur der Weltliteratur und begründete die neue Gattung Roman. Einige Forscher glauben, dass er 1567/68 in Salamanca studierte. Gewiss ist jedoch seine ganz besondere literarische Beziehung zu unserer Stadt, die ihm einen Teil ihres Ruhms verdankt. In seinem Novellenzyklus Novelas Ejemplares schildert die Novelle Der Lizenziat Vidriera das damalige Studentenleben in Salamanca. Und Cervantes’ Zwischenspiel Die Höhle von Salamanca (La cueva de Salamanca) greift das alte mittelalterliche Thema der schwarzen Magie auf und machte die Sage von der Stadt als Zentrum okkulten Wissens weltberühmt.

Miguel de Cervantes

[Miguel de Cervantes]


 
• Lazarillo de Tormes

Lázaro de Tormes zählt zusammen mit Celestina, Don Quijote und Don Juan zu den weltberühmten Figuren der spanischen Literatur. Das Leben des kleinen Lazarus vom Tormes mit seinen Glücksfällen und Missgeschicken (La vida de Lazarillo de Tormes y de sus fortunas y adversidades, 1554) gilt als erster Schelmenroman der Literaturgeschichte und feierte inner- wie außerhalb Spaniens große Erfolge. Sein Einfluss auf den europäischen Roman dauerte wenigstens bis ins 18. Jh. an.
Der anonyme Autor, der Salamanca gut kannte, lässt Lázaro in einer Mühle mitten im Fluss Tormes zur Welt kommen – und zwar im Dorf Tejares, das heute ein Stadtviertel Salamancas ist. Sein Aufbruch aus dem Dorf fällt mit seiner brutalen Initiation zusammen – eine Szene, bei der ein berühmtes Symbol Salamancas die Hauptrolle spielt: die keltiberische Stierskulptur, die auch das Stadtwappen ziert.

Statue des Lazarillo de Tormes

[Statue des Lazarillo de Tormes]


 
• Pedro Calderón de la Barca

In Madrid geboren und gestorben (1600-1681), ist Calderón de la Barca der beste Dramaturg des spanischen Barock und der beliebteste seiner Zeit. Berühmt wurde er ab 1623. Er leitete mehrere kleinere Theater, ehe er nach dem Tod von Lope de Vega 1635 dessen Stelle als Hofdramatiker übernahm. Ritter des Santiago-Ordens. 1651 wurde er zum Priester geweiht und 1663 zum Kaplan des Königs ernannt. Seine großen Themen sind die Ehre (Der Richter von Zalamea (El Alcalde de Zalamea), 1640), die königliche Autorität sowie die Religion. Zudem schrieb er philosophische Stücke (Das Leben ein Traum (La vida es sueño), 1635), historische Dramen (Das Schisma von England (El cisma de Inglaterra), 1627), mythologische Komödien (Die Statue des Prometheus (La estatua de Prometeo), 1670) und Intrigenkomödien (Dame Kobold (La dama duende), 1629; Ein Haus, das zwei Eingänge hat, ist hart zu bewahren (Casa con dos puertas, mala es de guardar), 1629).

Pedro Caldern de la Barca

[Pedro Calderón de la Barca]


 
• Diego de Torres Villarroel

Torres Villarroel wurde 1693 in Salamanca geboren und ist eine der attraktivsten und originellsten Persönlichkeiten des 18. Jh. in Spanien. Sein erzählerisches Werk zählt zu den interessantesten seiner Zeit. Sein Almanach und seine von 1721 bis 1770 jährlich veröffentlichten Jahresvorhersagen verhalfen ihm nicht nur in Salamanca, sondern in ganz Spanien zu großer Bekanntheit. Deren Inhalt bilden hauptsächlich astrologische Vorhersagen, von denen manche in Erfüllung gingen, etwa der Tod Ludwigs von Spanien, der Madrider Hutaufstand oder die Französische Revolution. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Salamanca, wo er 1770 im Monterrey-Palast starb.

Diego de Torres Villarroel

[Diego de Torres Villarroel]


 
• Juan Meléndez Valdés

Meléndez Valdés ist einer der bedeutendsten spanischen Dichter des 18. Jh. Er wurde 1754 in Ribera del Fresno (Provinz Badajoz) geboren. In Salamanca studierte er Rechts- und Geisteswissenschaften und wurde 1782 zum Magister sowie ein Jahr später zum Doktor promoviert. Während dieser Jahre nahm er an den Sabatinas genannten Dichterversammlungen teil, aus denen die Dichterschule Salamancas hervorging, deren bedeutendstes Mitglied er war. 

Juan Melndez Valds

[Juan Meléndez Valdés]


 
• José de Espronceda

Espronceda wurde 1808 in Almendralejo (Provinz Badajoz) geboren und ist neben Larra der bedeutendste spanische Schriftsteller der Romantik. Wegen seines jugendlichen Eintretens für den Liberalismus wurde er 1824 nach Guadalajara verbannt. Nach dem Tod König Ferdinands VII. (1833) kehrte er nach Madrid zurück und schloss sich der romantischen Bewegung an. Berühmt ist seine ehrgeizige Ballade Der Student von Salamanca (El estudiante de Salamanca), die sich mit dem Don-Juan-Thema beschäftigt. Darin verkörpert die Hauptfigur Félix de Montemar das romantische Aufbegehren: das Urbild des lebenslustigen und streitsüchtigen Studenten ist ein grausamer, gottloser Mörder, der im nächtlichen, klischeehaften und finsteren Salamanca seinen eigenen Leichenzug vorbeiziehen sieht, das Skelett der Elvira heiratet, die einsam zugrunde geht, und reuelos stirbt.

Jos de Espronceda

[José de Espronceda]


 
• Miguel de Unamuno

Der Schriftsteller und Philosoph wurde 1864 in Bilbao geboren. Als Essayist hatte er einen sehr persönlichen Stil (En torno al casticismo, 1895), als Romancier war er ausgezeichnet (Niebla (deutsch: Nebel), 1914), als Dichter war er ebenso gut (El Cristo de Velázquez, 1920) wie als Dramaturg (El otro, 1927), als herausragender Intellektueller prägte er gemeinsam mit Ortega das erste Drittel des 20. Jahrhunderts in Spanien. Seit 1891 war er Professor der Universität Salamanca, deren Rektor er 1901-1914 sowie 1934-1936 war. Mit der Stadt verband ihn stets eine sehr persönliche Beziehung; von 1917 bis 1920 war er Mitglied des Stadtrats. Leben und Werk sind bei ihm unauflöslich miteinander verwoben. Wegen seiner Opposition gegen die Diktatur Primo de Riveras wurde er von 1924 bis 1930 nach Fuerteventura verbannt. Er starb am 31. Dezember 1936, als sich Spanien mitten im Bürgerkrieg befand.

Miguel de Unamuno

[Miguel de Unamuno]


 
• Gonzalo Torrente Ballester

Torrente Ballester wurde 1910 in Ferrol (Provinz La Coruña) geboren und zählt zu den besten spanischen Schriftstellern des 20. Jh. Bis zu seiner berühmten Trilogie Licht und Schatten (Los gozos y las sombras, 1957-1962) war sein Erzählstil realistisch. Anschließend hatte er eine experimentelle Phase, die von Don Juan (1963) bis La saga/fuga de J.B. (1972) reichte. Letzteres Buch ist ein Schlüsselwerk des zeitgenössischen Romans und zugleich erster Teil seiner fantastischen Trilogie (zusammen mit Fragmentos de Apocalipsis, 1977, und Die Insel der Hyazinthen (La isla de los jacintos cortados), 1980), in der sich Magie, Humor und Ironie mit der Realität vermischen. In fortgeschrittenem Alter erhielt er endlich Anerkennung und unter anderem folgende Auszeichnungen: den spanischen Nationalpreis für Literatur (1981), den Prinz-von-Asturien-Preis (1982) und den Cervantespreis (1985). Seit 1975 war er Mitglied der Real Academia Española. Bis zu seinem Tod (1999) lebte er in Salamanca, wo er bis zu seinem Ruhestand 1980 Literatur lehrte und eine geliebte sowie respektierte Persönlichkeit war.

Gonzalo Torrente Ballester

[Gonzalo Torrente Ballester]


 
• Carmen Martín Gaite

Martín Gaite wurde 1925 in Salamanca geboren, wo sie bis zu ihrer Studienzeit an der Plaza de los Bandos in einem Haus wohnte, das Schauplatz ihres ersten Romans Entre visillos ist, heute jedoch nicht mehr existiert. Jetzt erinnert dort eine Büste an sie.
Die Schriftstellerin fing mit ihrem intimen und introspektiven Stil die Wünsche und Traumata der spanischen Gesellschaft über ein halbes Jahrhundert hinweg ein. Ihre Werke interessieren sich für das Thema der affektiven Eingliederung von Menschen in die Gesellschaft – so etwa ihr Roman El cuarto de atrás (1978). Unter anderen Auszeichnungen erhielt sie den spanischen Nationalpreis für Literatur (1978), den Prinz-von-Asturien-Preis (1988) und den spanischen Nationalpreis der Literaturwissenschaften (1994). In Madrid war sie Teil einer Gruppe von bedeutenden Schriftstellern der 1950er Jahre. Sie starb dort im Jahr 2000.

Carmen Martn Gaite

[Carmen Martín Gaite]